Kulinarische Irrtümer
In
mexikanisches Bier gehört ein Limettenschnitz
Nein. Ein Stück Zitrusfrucht wird in Mexiko aus hygienischen
Gründen auf den Flaschenhals gelegt. Nach
dem Säubern wirft man es weg, drückt es also
nicht in die Flüssigkeit.
Mexikanisches Essen ist immer
scharf
Muy picante - sehr scharf, daran gewöhnt man sich
schnell. Daher essen die Mexikaner wohl allgemein schärfer
als wir Westeuropäer. Es gibt aber auch milde Gerichte
und überhaupt ist es Ihnen überlassen, ob und
wieviel Sie von einer Chilisorte verwenden.
Chili con Carne ist ein landestypischer
Eintopf
Stimmt nicht - das würzige Fleisch-Bohnen-Gericht
stammt aus dem Südwesten der USA und ist in Mexiko
fast gänzlich unbekannt. Ute: "Ich hatte mal
in einem wunderschönen Höhlen-Restaurant in
der Nähe von Theotihuacan Chili con Carne auf der
Speisekarte gefunden und aus Neugierde bestellt. Es schmeckt
überhaupt nicht - die wußten wirklich nicht,
wie man es zubereitet."
Tequila wird mit
Wurm getrunken
Tequila wird nie mit Wurm getrunken. Die Maguey-Schmetterlingslarve
(es ist ist gar kein Wurm!) landet nur in Mezcal-Flaschen,
und zwar meist in denjenigen, die für den Export
bestimmt sind. Ursprünglich soll es sich dabei um
einen Marketinggag gehandelt haben und das Getier verleiht
dem Mezcal tatsächlich ein etwas anderes Aroma.
Chilischote ist gleich Chilischote
Zwischen milden Poblano-Schoten, kaum schärfer als
Gemüsepaprika, und teuflisch brennenden Serrano-
oder Habanero-Schoten liegen Welten. Achten Sie genau
darauf, welche Art im jeweiligen Rezept vorgegeben ist.
Taco-Schalen sind ganz typisch
Ja, aber nur für die Tex-Mex-Küche. Mexikanische
Tacos sind gerollte oder geklappte Maistortillas. Sie
werden aber nicht fritiert und in die Hufeisenform gebogen,
die Sie hierzulande als Taco-Shell bekommen.
Scharfe Schoten aus Mexiko
Wer Chili sagt, denkt wohl meist an mexikanisches Essen.
Nach Angaben des "Chili Pepper Institutes" ist
aber China mit sieben Millionen Tonnen weltgrößter
Produzent, gefolgt von der Türkei (eine Million Tonnen),
Mexiko, Nigeria und Spanien. Erst danach folgen die USA
mit 750 000 Tonnen.