Kulinarische Vorurteile

Chili Cook-Off USA

Chili Cook-Off USA / Foto: sxc.hu

Deutsche ernähren sich von Eisbein & Sauerkraut und trinken jeden Tag literweise Bier. Genausowenig wie das zutrifft, kursieren auch über mexikanisches Essen zahlreiche Vorurteile.

Chili con Carne ist ein landestypischer Eintopf
Stimmt nicht – das würzige Fleisch-Bohnen-Gericht stammt aus dem Südwesten der USA und ist in Mexiko fast gänzlich unbekannt. Ute: „Ich hatte mal in einem wunderschönen Höhlen-Restaurant in der Nähe von Theotihuacan Chili con Carne auf der Speisekarte gefunden und aus Neugierde bestellt. Es schmeckt überhaupt nicht – die wußten wirklich nicht, wie man es zubereitet.“

In mexikanisches Bier gehört ein Limettenschnitz
Nein. Ein Stück Zitrusfrucht wird in Mexiko aus hygienischen Gründen auf den Flaschenhals gelegt. Nach dem Säubern wirft man es weg, drückt es also nicht in die Flüssigkeit.

Mexikanisches Essen ist immer scharf
Muy picante – sehr scharf, daran gewöhnt man sich schnell. Daher essen die Mexikaner wohl allgemein schärfer als wir Westeuropäer. Es gibt aber auch milde Gerichte und überhaupt ist es Ihnen überlassen, ob und wieviel Sie von einer Chilisorte verwenden.

Tequila wird mit Wurm getrunken
Tequila wird nie mit Wurm getrunken. Die Maguey-Schmetterlingslarve (es ist ist gar kein Wurm!) landet nur in Mezcal-Flaschen, und zwar meist in denjenigen, die für den Export bestimmt sind. Ursprünglich soll es sich dabei um einen Marketinggag gehandelt haben und das Getier verleiht dem Mezcal tatsächlich ein etwas anderes Aroma.

Chilischote ist gleich Chilischote
Zwischen milden Poblano-Schoten, kaum schärfer als Gemüsepaprika, und teuflisch brennenden Serrano- oder Habanero-Schoten liegen Welten. Achten Sie genau darauf, welche Art im jeweiligen Rezept vorgegeben ist.

Taco-Schalen sind ganz typisch
Ja, aber nur für die Tex-Mex-Küche. Mexikanische Tacos sind gerollte oder geklappte Maistortillas. Sie werden aber nicht fritiert und in die Hufeisenform gebogen, die Sie hierzulande als Taco-Shell bekommen.

Scharfe Schoten aus Mexiko
Wer Chili sagt, denkt wohl meist an mexikanisches Essen. Nach Angaben des „Chili Pepper Institutes“ ist aber China mit sieben Millionen Tonnen weltgrößter Produzent, gefolgt von der Türkei (eine Million Tonnen), Mexiko, Nigeria und Spanien. Erst danach folgen die USA mit 750 000 Tonnen.