Feiertage & Bräuche

Dia de los Muertos

Dia de Los Muertos / Foto: nanotx – sxc.hu

In dieser Rubrik möchten wir Ihnen typische mexikanische Feiertage vorstellen. Manche kennen wir auch hierzulande (die christlichen wie Allerheiligen oder Weihnachten), gefeiert werden sie in Mexiko jedoch oft ganz anders. Bitte öffnen durch Klick die entsprechende Registerkarte. Unten auf der Seite finden Sie auch noch eine Bildergalerie!

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Dia de los Muertos

Bald ist Halloween, gruselige und amüsierende Momente garantiert! Das alte keltische Brauchtum wird in den USA jährlich in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert. Halloween ist auch in Mexiko bekannt, aber dort wird dieser Tag ganz anders begangen als in den Staaten. In Mexiko wird sich niemand als Teufel verkleiden und von Tür zu Tür eilen, um mit dem Spruch „Trick or Treat“ Süssigkeiten zu ergattern. In Mexiko zelebriert man dieses Fest, indem man stattdessen die Verstorbenen ehrt.

Gedenken an die Toten

Den „Dia de los Muertos – Tag der Toten“, wie dieses Fest mit großem Respekt genannt wird, begehen die Mexikaner am 1. und 2. November, dem uns bekannten „Allerheiligen“- und „Allerseelen“-Tag. In den Häusern legen die Familienangehörigen den Verstorbenen Gaben aus, meist sind das die Leibspeisen der Verstorbenen. Auf diese Weise wird der Toten gedacht, in der Hoffnung, dass sie das Essen vom Jenseits „abholen kommen“.

„Das Brot der Toten“

In den Kirchen werden spezielle Totenmessen abgehalten, die Friedhöfe werden gereinigt, die Grabsteine und Gräber mit bunten Blumen geschmückt. Viele verbringen den Tag an den gepflegten Strassenständen, bei Paraden und verspeisen das typische „Pan de los muertos“, das Brot der Toten, einem Hefegebäck mit symbolisierten Knochen und Tränen. Die Kinder knabbern an Süssigkeiten, welche die Form von Skeletten und Totenschädel haben. Für Aussenstehende mutet dieser Brauch vielleicht etwas bizarr und makaber an, er ist aber ein wichtiger Teil der mexikanischen Tradition und der kulturellen Einbindung des Todes.

Navidad - Weihnachten

Heiligabend mit Geschenken kennt man in Mexiko meist nur in bessergestellten Familien. Man geht zwar um Mitternacht zur Messe, um die Geburt Jesu zu feiern, hält auch ein Mahl mit der Familie. Der eigentliche Tag für Geschenke – überwiegend für Kinder – ist am 6. Januar, dem Tag der Hl. 3 Könige. Wie auch auch wir, sind auch die Mexikaner nicht frei vom Einfluß der USA und so wird in vielen Häusern um den 16. Dezember ein Kunsttannenbaum aufgestellt und das Haus weihnachtlich geschmückt.

Posadas – die Herbergssuche

Ein traditioneller Weihnachtsbrauch sind die Posadas, die am 16. Dezember beginnen und am 24. Dezember enden. Ihr Ursprung ist nicht christlich – schon viele Jahrhunderte wurde alljährlich im Dezember bei den Mexica die Ankunft des Gottes Huitzillopochtli gefeiert. Die spanischen Priester nutzten diese Tradition geschickt und damit wurden seit dem Jahr 1578 die Posadas mit der Begleitung von Maria und Joseph auf der Suche nach einer Herberge verbunden. Heute sind Posadas nicht mehr streng religiös zu sehen, sondern mehr ein geselliges Zusammensein mit Freunden und Familien. Jeder in der Nachbarschaft hält in dieser Zeit mal eine Posada, bei der es süße Bunuelos – Krapfen – zum Naschen gibt und bei der „Ponche de Fruta“, also ein Fruchtpunsch, nicht fehlen darf.

Und was passiert bei einer Posada?

Nachbarn oder Familienangehörige erscheinen an der Tür, spielen die Krippenszene nach, singen und tanzen christliche Weihnachtslieder und bitten dadurch um eine Gabe – das bedeutet Posada nämlich. Anschließend erhalten sie Einlass ins Haus und feiern mit Speis und Trank. Piñatas – Spass für Groß und Klein Hauptattraktion der Posadas ist – vor allem für die Kinder – die Piñata. Früher bestand sie aus einem Tongefäß, heutzutage ist sie aus Pappe gebastelt und mit buntem Krepppapier umhüllt. Es gibt sie in vielfältigen Formen wie Sternen, kleine Esel, etc., der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Piñatas sind gefüllt mit Nüssen, Früchten, Keksen und anderen Süßigkeiten. Mit einer Schnur wird die Piñata hin- und her bewegt, dann dürfen die Jungen und Mädchen mit einem Stock auf das Gefäß einschlagen. Gibt es seinen Inhalt frei, stürzen sich alle mit großem Hallo auf die leckeren Dinge. Lustig ist es allemal – auch Erwachsene haben ihren Spaß. Probieren Sie es als Gag bei der nächsten Mexiko-Party aus: Mit verbundenen Augen darf jeder Gast mit einem Stock einige Male die hängende Piñata zu treffen versuchen.

Und was wird gegessen?

Ausgesprochen typische „Weihnachtsgerichte“ wie bei uns die Gans, in den Staaten der Truthahn, gibt es in Mexiko weniger – wenn auch die Mexikaner Truthahngerichte kennen. Eine Speise, die Weihnachten auf den Tisch kommt, sind „Romeritos“. Es ist ein Grüngemüse, das es in Europa leider nicht gibt. Es sieht unserem Rosmarin sehr ähnlich, allerdings sind die Stengel und die Nadeln sehr weich. Das Gemüse ist köstlich, aber bei uns schwer durch ein anderes zu ersetzen. Hauptgerichte der Mexikaner sind und bleiben an allen Tagen und auch Festtagen eben Tortillas, Bohnen und Reis mit den unterschiedlichen Fleischgerichten dazu.

Der Weihnachtsstern

Nicht das Rot vom Mantel des Weihnachtsmannes, sondern das des Weihnachtsstern dominiert in Mexiko um Weihnachten herum. Auch in den USA wird gern der Kamin mit der Poinsettia dekoriert und selbst hierzulande ist sie auf den Fensterbänken beliebter Gast. Folgende Legende erzählt man sich in Mexiko dazu: Einem armen Jungen fiel auf dem Weg zur Kirche, wo er die Krippe betrachten wollte, auf, dass er gar Geschenk für das Jesuskind hatte. Daher pflückte er einige grüne Zweige ab. Das sorgte für den Spott der Umstehenden, aber als er die Zweige an die Krippe legte, erblühte aus jedem eine wunderschöne, sternförmige rote Blüte.

Dia de los Santes Reyes - Dreikönigstag

Erst am Dreiköngstag, 6. Januar, ist für die mexikanischen Kinder Bescherung – an diesem Tag erhielt schließlich auch das Jesuskind Gaben von den Heiligen aus dem Morgenland. Traditionell wird beim Abendessen oder der Merienda (einer Art Teatime) der „Rosca de Reyes“ serviert, ein ringförmiges, süßes Hefebrot. In ihm ist ein Püppchen aus Plastik versteckt – wer es in seiner Scheibe findet, muss an Lichtmess (2. Februar) das nächste Fest ausrichten.

Semana Santa & Pascua - Ostern

Ostern dauert in Mexiko fast zwei Wochen: Von Palm- bis Ostersonntag (Semana Santa) und von Ostermontag bis zum Weißen Sonntag (Pascua) sind die Tage angefüllt mit Prozessionen, Umzügen, Gottesdiensten. Berühmt-berüchtigt sind Passionsdarstellungen am Karfreitag, bei denen – trotz längst ergangenen offiziellen Verbots – die Geißelung Christi von religiösen Fanatikern nachgespielt wird. Am Karsamstag werden an manchen Orten Judaspuppen rituell verbrannt.

Ostern in den Familien

Viele mexikanische Familien nutzen die Osterfeiertage zu Besuchen im Familienkreis oder zu einem Urlaub – angesicht spärlicher, bezahlter Feiertage für Arbeitnehmer bieten sich die „Brückentage“ für eine Erholungspause an. Am Gründonnerstag ist es vielerorts üblich, sieben verschiedene Kirchen zu besuchen und dort zu beten: Groß und Klein ziehen von Gotteshaus zu Gotteshaus. Am „Weißen Sonntag“ nach Ostern gehen Jungen und Mädchen feierlich zur Erstkommunion.

Kulinarische Traditionen

Nachdem der Winter vorbei und der Frühling eingezogen ist, genießen es die Mexikaner, wieder unter freiem Himmel zu feiern. Vor den Kirchen sind nicht nur Kerzen und geschmückte Altäre aufgebaut, auch Stände mit Erfrischungen (Agua Frescas und Raspadas) und Snacks, um die sich die Gläubigen versammeln. Typisch für die Fastenzeit und die Karwoche ist Capirotada – ein fleischloser, meist süßer Brotauflauf.

Cinco de Mayo - der 5. Mai

Viele Mexikobegeisterte halten den 5. Mai (eben Cinco de Mayo) für den Nationalfeiertag Mexikos. Restaurantbesitzer nehmen diesen Tag zum Anlass, Feiern auszurichten und dadurch bewundernde (und zahlende) Gäste anzulocken. In Mexiko selbst hat Cinco de Mayo, der Jahrestags des Sieges gegen das französische Heer im Jahre 1862, geringeren Stellenwert. In Puebla, wo die Schlacht stattfand, wird gefeiert – vor allem aber erinnern „Hispanics“ in den USA (und inzwischen weltweit) mit kulturellen und kulinarischen Veranstaltungen an ihr mexikanisches Erbe. Nationalfeiertag ist jedoch der 16. September – 1810 erfolgte an diesem Tag die Unabhängigkeit von Spanien.

Und was wird nun gefeiert?

Cinco de Mayo geht auf die kurze Besatzung der Franzosen in Mexiko zurück. Genau wie England und Spanien hatte Frankreich 1861 Truppen entsandt, nachdem Mexikos Präsident Benito Juarez angekündigt hatte, zwei Jahre lang keine Auslandsschulden zu tilgen. Juarez wollte damit das Land aus der Wirtschaftskrise befreien, in der es nach innen- und außenpolitischen Streitigkeiten steckte. Engländer, Spanier und Franzosen gewährten Mexiko allerdings keinen Aufschub. Im Jahr 1862 standen 6000 französische Soldaten unter der Herrschaft Napoleons III in Puebla und stürmten am 5. Mai das Fort Loreto. Doch die zahlenmäßig unterlegenen mexikanischen Verteidiger, unter ihnen viele Mestizen und Zapotec-Indianer unter General Ignacio Zaragoza, konnten die Angreifer erfolgreich zurückschlagen.

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Dia de Los Muertos / Foto: nanotx - sxc.hu